Delikatessen
Natives Olivenöl
Hinter dem Begriff „natives Olivenöl“ verbirgt sich ein Oberbegriff für Güteklassen, in die Olivenöle eingeteilt werden können. Hierbei handelt es sich um die beiden hochwertigsten Klassen, die der Güteklassen eins und zwei. Insgesamt hat man sich in einer EU-Verordnung auf neun verschiedene Güteklassen geeinigt, wobei im Wesentlichen jedoch lediglich vier Kategorien zu unterscheiden sind. Natives Olivenöl, wie es sich in den Top zwei findet, wird ausnahmslos kalt gepresst. Diese Kaltpressung ist der entscheidende Verfahrensschritt bei der Produktion pflanzlicher Öle, sie erfolgt mechanisch und bei Temperaturen von weniger als 27 Grad Celsius in nur einem Arbeitsgang. Das Öl wird demnach ohne übermäßige Temperatureinwirkung hergestellt, also z.B. ohne Dampf. Diese schonende Kaltpressung ermöglicht, dass alle Ausgangsstoffe der Frucht erhalten bleiben können, die später charakteristisch für das Aroma des Öls sein werden. Im Gegensatz hierzu werden minderwertige Öle durch höher temperierte Verfahren, wie etwa durch die Warmpressung oder die Raffination hergestellt.
Ob es sich nun um gewöhnliches natives Olivenöl, um natives Olivenöl oder um natives Olivenöl mit dem Qualitätszusatz „extra“ handelt, wird auch anhand des Ölsäuregehalts entschieden. Dieser darf bei Öl der Güteklasse eins höchstens bei 0,8 Prozent liegen, bei solchem der Güteklasse zwei bei höchstens zwei Prozent. Letzteres Öl kann dann so genannte leichte sensorische Fehler aufweisen. Natives Olivenöl extra darf zudem lediglich aus erster Pressung gewonnen werden. Die Entsprechung dieser drei Unterscheidungen von nativem Olivenöl trennt sich im italienischen in die allgemeine Bezeichnung „olio die oliva“, in die bessere Qualität des „olio vergine die oliva“ sowie in die beste Qualität des nativen Olivenöl extra, des „olio extra vergine die oliva“.
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